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Dreifach-Meister Dörnbach freut sich auf Glasgow

Maximilian Dörnbach © Arne Mill/frontalvision.de
Maximilian Dörnbach © Arne Mill/frontalvision.de

Glasgow. Glasgow ist offenbar ein gutes Pflaster für Maximilian Dörnbach. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2013 stand der damals 17-Jährige jedenfalls ganz oben auf dem Treppchen im Chris-Hoy-Velodrom. Im 1000-Meter-Zeitfahren verwies der Erfurter in 1:03,129 Minuten knapp den Russen Aleksandr Dubchenki auf den zweiten Platz. Jetzt geht es im Rahmen der „European Championships“ für die Bahnwettbewerbe (2. bis 7. August) zurück an die Stätte seines größten Erfolges. „Ich kenne die Bahn, hatte damals ein gutes Gefühl“, sagt Dörnbach, bremst aber gleich vor zu hohen Erwartungen: „Ich möchte mir keinen Druck machen und nicht überheblich an die EM rangehen.“

Dabei könnte der inzwischen 22-Jährige im Moment nur so vor Selbstbewusstsein strotzen. In Dudenhofen siegte er in seiner Spezialdisziplin 1000 Meter in für eine Betonbahn starken 1:01,528 Minuten, ließ mit dem Team Erdgas.2012 den Teamsprint-Titel folgen und holte sich zur Krönung die Goldmedaille im Sprint – im Finale durch ein 2:0 gegen Ex-Weltmeister Stefan Bötticher aus Chemnitz. „Ich wusste, dass die Form stimmt, war überzeugt von mir und habe im Finale einfach kühlen Kopf bewahrt“, sagt Dörnbach.

Für Maximilian Levy, seinem Vorgänger als Sprint-Meister, kam der Titel nicht so überraschend. „Das ist ein tolles Ergebnis. ,Junior‘ hat den nächsten Schritt gemacht. Nach seiner Herzmuskelentzündung vor zwei Jahren war er auch schon 2017 gut in Schwung, das wurde aber nicht so wahrgenommen und er wurde auch nicht richtig eingesetzt“, sagt der Cottbuser, der ebenfalls die Farben vom Chemnitzer Team trägt.

Für Dörnbach, von Bundestrainer Detlef Uibel bei der EM für Sprint und 1000-Meter sowie als Ersatz im Teamsprint nominiert, ist die Zusammenarbeit mit Levy im Team und bei der Nationalmannschaft ein Schlüssel für den Erfolg. „Als kleiner Junge habe ich von ihm Bilder gesammelt. Er war immer ein Vorbild für mich“, sagt Dörnbach über den viermaligen Weltmeister und dreimaligen Olympia-Medaillengewinner. „Heute fahren wir zusammen, reden viel über Taktik oder auch Technik und verstehen uns echt gut.“

Profitiert hat Dörnbach auch vom Wechsel an der Spitze in seiner Erfurter Trainingsgruppe. Seit dem Weggang von Tim Zühlke nach China ist dort der Niederländer Anner Miedema für ihn sowie die anderen Kadersportler verantwortlich. „Er hat ganz sicher etwas zu meinen Leistungen beigetragen“, sagt der Hauptgefreite der Bundeswehr. Ein wichtiger Aspekt: „Wir lassen jetzt mehr Ruhe an den Körper, ich kann besser regenerieren.“ Und das hat Dörnbach wohl gutgetan.

Vor allem hat sich Dörnbach aber mental entwickelt. Der junge Sportler ist nach Lehrjahren in der Elite einfach gereift und ernet jetzt die Früchte. „Früher habe ich mir viele Dinge einfach nicht zugetraut. Jetzt habe ein einfach eine andere Einstellung und mehr Selbstvertrauen“, sagt Dörnbach. Trotzdem bleibt er mit Zielstellungen für die EM in Glasgow vorsichtig: „Im Sprint muss ich mich über die 200 Meter steigern. Ich werde zwar durch die Läufe stärker, da klappt es aber nicht immer, weit zu kommen“, räumt er ein. Und über den Kilometer sind die Zeiten international förmlich explodiert, da muss er im Vergleich zu DM wohl auch noch zulegen, um in Glasgow wieder auf dem Treppchen zu stehen – wie schon 2013. „Aber ich habe auf jeden Fall Blut geleckt“, sagt Maximilian Dörnbach.