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Nach vier WM-Titeln freut sich Friedrich auf ersten Weltcup

Vierfache Weltmeisterin: Lea Sophie Friedrich © klementdesign – UCI
Vierfache Weltmeisterin: Lea Sophie Friedrich © klementdesign – UCI

Aigle. Der Sieg im abschließenden Keirin-Wettbewerb war das i-Tüpfelchen unter eine absolut perfekte Bahnrad-WM für Lea Sophie Friedrich. Schon in die letzte Runde bog die 18-Jährige vom RST Dassow mit Vorsprung ein, brachte entschlossen wie locker drei Radlängen Vorsprung ins Ziel und triumphierte im World Cycling Center der Weltverbandes UCI in Aigle zum vierten Mal. Wie schon nach den Siegen im Teamsprint (mit Emma Götz/Erfurt und Alessa-Catriona Pröpster/Zollernalb), im Sprint und im Zeitfahren schnappte sich Friedrich eine Deutschland-Fahne und ging unter dem Jubel ihrer Eltern, Zuschauer, Sportler und Trainer auf die verdiente Ehrenrunde.

„Ich habe hier Geschichte geschrieben. Einfach mega“, freute sich Friedrich nach der Doping-Probe über ihre Triumphfahrt. Vier Weltmeister-Trikots und vier Goldmedaillen hängen künftig zuhause in Schwerin – das hat vor ihr noch keine Juniorin geschafft. Kristina Vogel (Erfurt) holte 2007 und 2008 genau wie Emma Hinze (Cottbus) im Jahr 2015 jeweils dreimal Gold. Pauline Grabosch (Erfurt) stand 2015 und 2016 jeweils zweimal ganz oben auf dem Treppchen.

Friedrich dominierte die Konkurrenz fast nach Belieben. In der 200-Meter-Zeitfahr-Qualifikation blieb sie in 10,969 Sekunden als einzige Sprinterin unter 11 Sekunden, im 500-Meter-Zeitfahren verbesserte sie den Junioren-Weltrekord von Mathilde Gros (Frankreich) auf 33,922 Sekunden. Vor allem präsentierte sich die Blondine aber mental auch topfit. Nach zweimal WM-Silber und -Bronze 2017 galt sie für viele als die Top-Favoritin.

„Ich hatte sehr viel Druck von Außen, weil es letztes Jahr schon so gut gelaufen war. Der Anspruch an mich war sehr hoch. Das es so gut gelaufen ist und ich hier auch über meinen Erwartungen geblieben ist – ich kann es noch nicht fassen“, freute sich Friedrich. Ihr Erfolgsgeheimnis: „Ich lebe für diesen Sport, er ist meine Leidenschaft“, sagte die 18-Jährige, die seit Herbst 2017 Polizeimeisteranwärterin ist und von der Bundespolizei „optimal“ in ihrem Sport unterstützt wird.

Für Elite-Bundestrainer Detlef Uibel ist die vierfache Junioren-Weltmeisterin „ein Riesentalent“. „Es kommt jetzt darauf an, sie im Frauenbereich zu integrieren und dort Wettkampferfahrungen zu sammeln. Gerade im Sprint und Keirin hat sie noch sehr große Reserven im technisch-taktischen Bereich“, so Uibel. Bei Pauline Grabosch (Weltmeisterin 2018 Teamsprint, WM-Dritte Sprint 2018) und Emma Hinze (EM-Dritte Teamsprint 2018) gelang der Übergang von den Juniorinnen zu den Frauen relativ schnell. Ein erster Einsatz Friedrichs in der Nationalmannschaft ist beim Weltcup-Auftakt in Saint-Quentin-en-Yvelines bei Paris (19. bis 21. Oktober) geplant.

„Ich bin ja einige Rennen bei den Frauen schon aus Spaß mitgefahren. Das ist eine ganz andere Liga – der Unterschied ist schon noch riesig“, sagt Friedrich verhalten, die an der Seite von Miriam Welte (Kaiserslautern) in diesem Jahr auch schon deutsche Teamsprint-Meisterin in der Elite wurde. Zunächst spannt die vierfache Junioren-Weltmeisterin aber ein bisschen aus. Die Junioren-EM in dieser Woche – ebenfalls in Aigle – lässt sie aus, ist aber trotzdem vor Ort, um Freund Marc Jurczyk (Erfurt/U23) anzufeuern. Ein paar Tage Ostsee sollen auch noch drin sein, bevor die Polizei-Ausbildung weitergeht und die Weltcup-Vorbereitung beginnt. „Ich bin optimistisch und freue mich auf die Zeit, die kommt“, sagt Lea Sophie Friedrich, die das „Kapitel Junioren“ mit vier Weltmeister-Titeln abgeschlossen und ein Stück Sportgeschichte geschrieben hat.