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Teuber erhofft sich von Berliner Weltrekord Schub für die Szene

Michael Teuber ©
Michael Teuber ©

Neben der Ehrung von Kristina Vogel war der Stunden-Weltrekord von Michael Teuber der emotionale Höhepunkt des dreitägigen Bahn-Spektakels im Velodrom. Der 50-Jährige sorgte weltweit für Schlagzeilen - und hofft auf einen Schub für die Szene.

Berlin. Seine Tissot-Uhr für den erfolgreichen Weltrekord-Versuch musste Michael Teuber im Velodrom gleich wieder abgeben, das konnte seine Freude aber nicht trüben. „Im Gegenteil: Die Uhr wird noch graviert, damit habe ich eine bleibende Erinnerung an diesen Tag“, freute sich Teuber. Mit 42,583 Kilometer (171 Runden) stellte der fünffache Paralympics-Sieger einen neuen phantastischen Weltrekord in der Wettkampfklasse C1 auf. Seine eigene alte Bestmarke von 2005 (39,326 km) verbesserte er um mehr als 3,2 Kilometer.

Teuber sorgte neben der Ehrung für Kristina Vogel - die seit Juni querschnittgelähmte Doppel-Olympiasiegerin wurde zur „Radsportlerin des Jahres“ gekürt - für einen der emotionalen Höhepunkte beim Heim-Weltcup. Und der aus Odelzhausen in Bayern stammende Radsportler sorgte weltweit für Aufmerksamkeit:

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„Gratulation an Michael, der eine fantastische Leistung gezeigt hat, indem er die 40-Kilometer-Marke durchbrach“, sagte UCI-Präsident David Lappartient. „Zwei Jahre nach Colin Lynch in der C2 Klasse hat er eine weitere Demonstration für die erneuerte Popularität des UCI-Stunden-Weltrekords geliefert, seit dem wir unsere Regeln 2014 modernisiert haben. Ich bin sehr erfreut über das, was er zeigte, nicht zuletzt deshalb, weil es im Rahmen unseres Bahn-Weltcups stattfand, was ihm noch mehr Sichtbarkeit und eine ganze Menge sehr spezielle Anerkennung einbrachte." 

Für den 20-fachen Weltmeister war der Weltrekord nach dem Zeitfahr-WM-Titel und dem Gesamtweltcup-Sieg auf der Straße das Sahnehäubchen auf eine perfekte Saison. „Es war auch ein Zeichen der Inklusion und ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Rekordversuch hier in Berlin beim UCI Weltcup machen konnte“, sagte Teuber. Als Mann der ersten Stunde und Pionier erhofft sich Teuber jetzt eine Signalwirkung für die ganze Szene, zumal bislang seit den Anfängen des Paracycling in den frühen 90er Jahren erst elf Stundenweltrekordversuche unternommen wurden. 

Nach einem Autounfall im August 1987 mit Bruch des zweiten und dritten Lendenwirbels wurde bei Teuber eine inkomplette, aber irreversible Querschnittlähmung diagnostiziert. Nach drei Jahren im Rollstuhl kann er heute mit Hilfe von Carbonschienen an den Füßen wieder Laufen und Radfahren. Als Rehamittel stieg Teuber 1990 erstmals auf das Mountainbike und seit 1998 bestreitet er Para-Cycling-Wettkämpfe.