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Weltcup-Dauerbrenner Brauße besteht Härtetest für Berlin

Franziska Brauße (vorn) © Arne Mill / Frontalvision.de
Franziska Brauße (vorn) © Arne Mill / Frontalvision.de

Entwarnung bei Franziska Brauße: Trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme in der Vorbereitung hat die 20-Jährige für den Weltcup in Berlin Entwarnung gegeben. „Ich werde fahren“, sagte Brauße am Mittwoch nach einem Test im Velodrom.

Berlin. „Mir ging es zuletzt wirklich nicht gut, aber eine Absage war nie ein Thema. Vor eigenem Publikum möchte ich dabei sein“, sagte Brauße erleichtert beim Ausfahren auf der Rolle. Eine Blasenentzündung und Fieber hatte die fröhliche Eningerin zuletzt nahezu komplett außer Gefecht gesetzt. Beim Vorbereitungslehrgang in Frankfurt (Oder) konnte Brauße keine Einheit mittrainieren. „Es ist jetzt aber von Tag zu Tag etwas besser geworden.“

Brauße ist in diesem Winter die Dauerbrennerin im weiblichen Ausdauer-Bereich. Berlin wird bereits der dritte Weltcup – auch Mitte Dezember in London und im Januar in Hongkong wird sie an den Start gehen. In St. Quentin-en-Yvelines/Frankreich und in Milton/Kanada gehörte die Bundeswehr-Soldation zum erfolgreichen deutschen Frauen-Quartett mit Lisa Brennauer, Lisa Klein und Charlotte Becker, das dreimal den deutschen Rekord in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung auf 4:19,668 Minuten verbesserte. Ähnliche Zeiten und der Einzug in das „kleine Finale“ sind in Berlin indes nicht zu erwarten. Brennauer, Klein und Becker sind nach Kanada in eine Wettkampfpause gegangen.

„Die drei hatten eine lange Straßen-Saison. Da ist die Pause jetzt nur verständlich“, erklärt Brauße, die in Berlin zusammen mit Gudrun Stock, Laura Süßemilch und Tatjana Paller an den Start gehen wird. Ihre eigene Pause hatte Brauße nach der Weltmeisterschaft in Apeldoorn. Fast direkt nach dem starken fünften Platz setzte sie das Pfeifersche Drüsenfieber für gut vier Monate außer Gefecht. „Das ist aber überstanden“, so Brauße – umso ärgerlicher, dass jetzt die Blasenentzündung für erneute Komplikationen sorgte.

Trotz dieses Rückschlags zur Jahresbeginn hat sich Brauße im Schatten von Brennauer, Klein und Becker Jahr zu einer tragenden Säule im deutschen Frauen-Vierer entwickelt. „Ich denke, ich habe meinen Job als Anfahrerin ganz gut gemacht. Aber ich stelle mich nicht so gern in den Mittelpunkt – arbeite lieber an meinen Schwächen“, sagt Brauße. Und da sieht sie sich selber in der Pflicht, um den Abstand zur absoluten Spitze weiter zu verkürzen. „Ich denke, unsere Leistung auf den ersten beiden Kilometern ist noch ausbaufähig“, sagt Brauße.

Großes Ziel für Brauße und Co. sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. „Klar, da wollen alle hin. Die Qualifikation können wir erst mal recht entspannt angehen“, so Brauße. Neben dem Vierer könnte Brauße dort auch eine Chance im Madison haben. Das Zweier-Mannschaftsfahren ist erst seit zwei Jahren im Programm der Frauen, wird erstmals bei Olympia gefahren. „Ja, vielleicht hilft es mir auf dem Weg nach Tokio“, sagt Brauße, 2017 deutsche Meisterin, die in Berlin mit Lea Lin Teutenberg im Madison an den Start gehen wird. Und das ist nach den ganzen gesundheitlichen Problemen in diesem Jahr auch schon eine gute Nachricht für Franziska Brauße.