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Auch ohne WM-Medaille: Lea Sophie Friedrich ist die deutsche WM-Entdeckung

Lea Sophie Friedrich. © Szymon SIkora
Lea Sophie Friedrich. © Szymon SIkora

Pruszkow. Siegen ist sie gewohnt, den Sprung aufs Podest kennt sie. Im letzten Jahr stand Lea Sophie Friedrich gleich vier Mal ganz oben auf dem Treppchen. Bei der Junioren-WM in Aigle gewann sie die Goldmedaille im Sprint, im Keirin, im 500-m-Zeitfahren und zusammen mit Emma Götz im Teamsprint. Das brachte ihr Ende des Jahres die Ehrung zur erfolgreichsten Sportlerin im BDR ein. 

Der Übergang in die Elite-Klasse ist erfolgreich gelungen. Schon im Herbst ließ Friedrich mit einem fünften Platz bei ihrem Weltcup-Debüt in Paris aufhorchen. Beim Weltcup im Januar belegte sie an der Seite der drei Jahre älteren Emma Hinze Platz vier im Teamsprin. Die Bewährungsprobe bei ihrer ersten Elite Weltmeisterschaft im polnischen Pruszkow hat die Blondine ebenfalls bestanden. Hier belegte sie im Sprintturnier einen starken vierten Rang. Und zum Abschluss erreichte Friedrich Platz  sieben im 500-Meter-Zeitfahren (33,997). „Ich bin schon mal schneller gefahren, aber insgesamt war es ein gutes WM-Debüt", sagte die 19-Jährige nach dem Zeitfahren.

Souverän hatte sich die letztjährige vierfache Junioren-Weltmeisterin am Vortag im Sprint-Turnier ins Halbfinale gefahren, wo sie gegen die erfahrene Australierin Stephanie Morton antreten musste und verlor.  Auch im Kampf um Bronze unterlag sie der Französin Mathilde Gros glatt in zwei Läufen. Dass sie aber überhaupt ins kleine Finale gekommen war, kann man als kleine Sensation bezeichnen. "Eine Medaille wäre natürlich schön gewesen. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich bei meiner ersten WM bei den Frauen soweit komme. Ich bin megazufrieden mit dem Ergebnis", sagte Friedrich nach dem Wettbewerb.

Die 19-Jährige, die in Dassow in Mecklenburg-Vorpommern lebt, ist sehr auf den Sport fokusiert. Neben dem Radsport geht sie im Winter gern Skilaufen. Im Dezember lernte sie in Berlin beim Weltcup Kristina Vogel kennen. „Eigentlich bin ich keine, der sich an Vorbildern orientiert, aber Kristina ist da eine Ausnahme. Ich bewundere ihre großen Erfolge im Bahnsport, aber auch, wie sie ihre neue Lebenssituation annimmt,“ sagt Friedrich, die eine große Karriere vor sich hat.

"Sie hat ein Top-Ergebnis eingefahren in ihrer ersten Elite-WM; zwei sehr gute Läufe im Sprint-Halbfinale gegen Morton abgeliefert und ihren vierten Platz aus der Qualifikation bestätigt. Sie hat viel mitgenommen aus diesem Turnier," lobte Bundestrainer Detlef Uibel die junge Sportlerin. „Sie hat sich im Sprint und auch im Zeitfahren in die Weltspitze gefahren.“