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Aus Vier mach zwei - Startplätze für Tokio im Frauensprint hart umkämpft

Doppel-Meisterin Lea Sophie Friedrich. ©
Doppel-Meisterin Lea Sophie Friedrich. ©

Aus Vier mach zwei: Der Konkurrenzkampf im Sprintbereich der Frauen ist ein Jahr vor den Olympischen Spielen voll entbrannt. Mit Miriam Welte, Emma Hinze, Lea Sophie Friedrich und Pauline Grabosch kämpfen vier Frauen mit ausgewiesenen Fähigkeiten und Erfolgen um die zwei Tickets für Tokio 2020.

Berlin. „Das wird ein harter Kampf zwischen uns vier“, sagt Emma Hinze, wenn sie an die interne Qualifikation für die Olympischen Spiele in genau einem Jahr in Tokio denkt. Bei den 133. deutschen Meisterschaften in Berlin knüpfte die Cottbuserin mit zwei Gold- und zwei Silbermedaillen an ihre zuletzt gezeigten Leistungen an. Vor allem mit ihrem Überraschungssieg im 500-Meter-Zeitfahren setzte die 21-Jährige ihre Mitstreiterinnen unter Druck. Im Teamsprint steigerte die EM- und WM-Dritte auf Position zwei hinter ihrer Standardpartnerin Miriam Welte aus Kaiserslautern auch ihre persönliche Bestzeit und unterstrich in Keirin und Sprint ihre Fähigkeiten. „Ja, Tokio ist mein festes Ziel. Dafür werde ich hart arbeiten“, kündigte sie an, nachdem sie 2016 in Rio de Janeiro - gerade den Juniorinnen entwachsen - „nur“ als Ersatzfahrerin dabei war.

Miriam Welte will nach langem Zaudern nun doch ebenfalls nach Tokio, danach ihre lange und überaus erfolgreiche Karriere mit einem Olympiasieg und sechs Weltmeister-Titeln beenden. In Berlin zeigte sich, dass auf die bald 33-Jährige im Teamsprint absolut Verlass ist, dass sie aber durch  ihre Spezialisierung auf das Anfahren für die Einzeldisziplinen eher keine Option ist. Die deutsche Spitze bestimmen andere – international spielte Welte in Sprint und Keirin eigentlich nie eine tragende Rolle. Dazu passt ihre Aussage im „Tagesspiegel“: „Olympia wäre ein superschöner Abschluss für mich. Es ist auch mein großes Ziel, das noch einmal zu schaffen und ich setze dafür noch einmal alles auf eine Karte.“ 

Lea Sophie Friedrich, 2018 viermal Junioren-Weltmeisterin und mit einem sehr starken Einstand in der Eliteklasse mit Platz vier bei der WM in Polen, den U-23-EM-Titeln im Keirin und Zeitfahren sowie jetzt ihrem ersten beiden nationalen Elite-Einzeltiteln im Kampfsprint und Sprint, kam in Berlin etwas schwer in Schwung, dann aber gewaltig und beeindruckend. „Dass ich jetzt im Keirin und Sprint national ganz oben stehe, ist für meinen Kopf ganz wichtig und gibt mir weiteres Selbstvertrauen“, sagte die 19-Jährige, die sich nach einer langen Wettkampfphase jetzt eine Woche Urlaub gönnt. „Ich bin einfach mega-stolz, was ich im ersten Jahr der Elite-Klasse geschafft habe.“ Auch den Teamsprint hat sie noch nicht abgeschrieben: „Ich will in Tokio mit Emma den Teamsprint fahren“, sagte sie in der „Lausitzer Rundschau“.

Ohne Selbstvertrauen steht derzeit Pauline Grabosch da. Da konnten auch die zwei Medaillen in Berlin nicht darüber hinwegtäuschen. Anfang 2018 noch Weltmeisterin im Teamsprint und WM-Dritte im Sprint hat die 21-Jährige derzeit den Anschluss nach ganz vorn verloren. Das belegen auch die Zeiten. „Sie hat ihre Leistungsfähigkeit schon bewiesen, das ist aber bald zwei Jahre her“, sagt Bundestrainer Detlef Uibel diplomatisch. Graboschs Heimtrainer Anner Miedema, der die Männer in der Erfurter Trainingsgruppe richtig schnell gemacht hat, hat weiter großes Vertrauen in seine Sportlerin: „Ich habe totales Vertrauen in Pauline. Sie muss aber lernen, mit der Situation umzugehen. Es geht für Sportler nicht immer nur nach oben.“ Graboschs Umfeld im Team Erdgas.2012 scheint dagegen eine Veränderung zu bevorzugen, um den Shooting-Star von Anfang 2018 zurück ins Tokio-Rennen schicken zu können.