» Menü

Olympiasiegerin Miriam Welte macht weiter bis Tokio 2020

Miriam Welte © Arne Mill / Frontalvision.de
Miriam Welte © Arne Mill / Frontalvision.de

Kaiserslautern. Miriam Welte wird ihre Karriere bis zu den Olympischen Spielen 2020 fortsetzen. „Tokio ist das nächste große Ziel“, erklärte die 32-Jährige am Rande der 2-Bahnentournee auf ihrer Heimbahn in Dudenhofen gegenüber der Zeitung „Die Rheinpfalz“. Nach Olympia-Gold 2012 in London und Bronze 2016 in Rio de Janeiro – jeweils im Teamsprint mit Kristina Vogel – hat sich Welte nun nach längerem Überlegen entschlossen, sich ein drittes Mal der Qualifikation zu stellen. „Ich hoffe, nächstes Jahr dabei zu sein. Das hängt aber noch von vielen Faktoren ab – wir haben eine interne Qualifikation und wir sind auch noch nicht als Nation qualifiziert“, erklärte Welte im SWR.

Miriam Welte hat 2006 bei der Weltmeisterschaft in Bordeaux ihren Einstand in der Eliteklasse gegeben und ist seitdem ununterbrochen dabei. Die WM 2019 in Pruszkow war ihre 14. WM – mit Bronze im Teamsprint mit Emma Hinze (Cottbus) gewann die Polizei-Oberkommissarin der Landespolizei Rheinland-Pfalz ihre 15. (!) WM-Medaille. Sechsmal wurde Welte Weltmeisterin, viermal im Teamsprint mit Kristina Vogel (2012, 2013, 2014, 2018) und zweimal im 500-Meter-Zeitfahren (2014, 2018). Hinzu kommen weitere zahlreiche Medaillen bei Weltcups, Europa- und Deutschen Meisterschaften. Ein emotionaler Höhepunkt: Der Sieg bei der Heim-EM 2017 in Berlin im 500-Meter-Zeitfahren.

„Ich begrüße natürlich diese Entscheidung. Auf der Anfahrposition ist Miriam Welte seit Jahren Weltspitze und auch für uns immer noch eine entscheidende Größe“, sagte Bundestrainer Detlef Uibel, der sich im Vorfeld des Sprinter-Cups in Cottbus (21./22. Juni) mit Welte über die nächsten Schritte verständigen will. Welte konnte sich zuletzt vor der WM 2019 intern klar gegen die junge, aufstrebende Pauline Grabosch (Erfurt/Teamsprint-Weltmeisterin 2018) durchsetzen. Und da nach dem Unfall von Kristina Vogel Ende Juni 2018 mit Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich (Schwerin) zwei junge Sprinterinnen offenbar fähig sind, die Lücke Vogels im Teamsprint zu schließen, ist der Entschluss von Welte, bis 2020 weiterzumachen, nachvollziehbar.

Nach der Heim-WM 2020 im Berliner Velodrom (26. Februar bis 1. März) und den Olympischen Bahnwettbewerben in Izu (3. bis 9. August 2020) soll dann aber Schluss sein für Welte. „Wenn ich es schaffe, in Tokio nochmal dabei zu sein, steht für mich fest, dass danach mit der aktiven Laufbahn Schluss ist. Die WM 2021 kann ich komplett ausschließen – soweit wird es nicht mehr gehen“, sagte die Sportlerin vom 1. FC Kaiserslautern, die bei der Bahnentournee nach längerer Wettkampfpause im Sprint schon wieder gute Form nachweisen konnte. Derzeit sei sie am selektieren und sortieren. Eine Karriere als Trainerin schließt Welte indes aber schon aus, will sich aber im Bahnteam Rheinland-Pfalz engagieren: „Ich habe so viel Zeit im Bahnradsport verbracht und durfte so viel Positives erleben, dass ich auch in Zukunft meine Erfahrung an die Jugendlichen weitergeben will. Das ist vielleicht vergleichbar mit der Arbeit eines Honorar-Trainers - also punktuelle Einsätze. Hauptamtlicher Trainer ist indes keine Option für mich.“ Erstmal warten aber noch die 15. WM-Teilnahme und die dritten Olympischen Spiele 2020.