» Menü

Reinhardt/Beyer holen zum Abschluss Bronzemedaille

Bronze für Reinhardt/Beyer ©
Bronze für Reinhardt/Beyer ©

Apeldoorn. Ein dritter Platz für das Madison-Duo Theo Reinhardt und Maximilian Beyer war am fünften und letzten Tag der Bahnradsport-Europameiterschaften in Apeldoorn das beste Ergebnis für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR). Das Berliner Duo musste sich nach 200 Runden mit 37 Punkten nur dem dänischen Duo Lasse Norman Hansen/Michael Morkov (52) und den Niederländern Jan-Willem van Schip/Yoeri Havik (37) geschlagen geben.

„Es war ein sehr schönes Rennen und ein krönender Abschluss dieser EM-Woche. Wir haben uns in der Weltspitze im Madison etabliert. Mit uns ist immer zu rechnen“, sagte Reinhardt, der im Vorjahr in Glasgow mit Roger Kluge EM-Zweiter geworden war. „Max wurde hier ein bisschen ins kalte Wasser geworfen und hat das hier super umgesetzt.“ Nach einem frühen Rundengewinn lag das deutsche Duo lange sogar auf Gold-Kurs, ehe sich die Dänen und der Schlussphase noch die Niederlande vorbeischoben. „Ich war ziemlich deprimiert nach den ersten drei Tagen und habe richtig Panik geschoben. Ich bin froh, dass es so gut gelaufen ist“, sagte Beyer, der ab Dienstag mit Reinhardt zusammen das Sechstagerennen London fährt. „Ich habe heute viel von Theos Erfahrung profitiert und versucht, seine Ansagen umzusetzen.“

Lea Sophie Friedrich aus Dassow hatte zuvor als Vierte im 500-Meter-Zeitfahren ihre vierte EM-Medaille nur knapp verpasst. Die 19-Jährige EM-Debütantin war mit dreimal Edelmetall (Silber Keirin, Teamsprint, Bronze Sprint) aber die erfolgreichste deutsche Medaillensammlerin. "Meine Medaillenbilanz ist überragend. So  habe ich mir das erträumt und gewünscht", sagte Friedrich.
 
Mit einer Gold-, fünf Silber- und drei Bronzemedaillen blieb der BDR zum Auftakt der Saison mit den Höhepunkten Heim-WM in Berlin (26. Februar bis 1. März) sowie den Olympischen Spielen in Tokio hinter der EM-Bilanz von 2018 in Glasgow (3/4/4) zurück. Allerdings fehlten mit Keirin-Titelverteidiger Stefan Bötticher (Chemnitz) und Madison-Weltmeister Roger Kluge (Berlin) zwei Leistungsträger. Zudem hatte kurz vor der EM Teamsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte (Kaiserslautern) ihren Rücktritt bekanntgegeben.
 
Unverkennbar war in Apeldoorn der anhaltende Aufschwung in den Verfolgerdisziplinen bei Frauen und Männern. Mit Franziska Brauße aus Öschelbronn stellt der BDR wieder die Europameisterin über 3000 Meter. Titelverteidigerin Lisa Brennauer (Durach) belegte Platz zwei. Domenic Weinstein (2./Villingen) und Felix Groß (3./Leipzig) führen über vier Kilometer ebenfalls auf das Podium. Beide Verfolger-Mannschaften konnten in der Olympia-Quali punkten und stellten deutsche Rekorde auf.  
 
Schwachstellen der deutschen Mannschaft waren in Apeldoorn die über viele Jahre erfolgsverwöhnten Sprinter, die mit der Rückkehr von Maximilian Levy aus Cottbus und Platz vier im Teamsprint zumindest Schadensbegrenzung betreiben konnten. "Im Sprint und auch im Keirin haben wir derzeit den Anschluss nach ganz vorn verloren", räumte Bundestrainer Detlef Uibel ein. In den Massenstart-Disziplinen bei Männern und Frauen sorgte die Bronzemedaille für Reinhardt/Beyer dann für einen versöhnlichen Abschluss.