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Stock: „Wir haben noch Zeit, unsere Träume zu verwirklichen“

Gudrun Stock (ganz links) ist seit 2016 immer dabei. © Arne Mill/FRontalvision.de
Gudrun Stock (ganz links) ist seit 2016 immer dabei. © Arne Mill/FRontalvision.de

Apeldoorn. Platz zwei in der Mannschaftsverfolgung ist das bisher beste Ergebnis für den deutschen Frauen-Vierer. Damit setzte die Mannschaft bei der EM in Apeldoorn einen beeindruckenden Aufwärtstrend fort: 2016 (10., 4:43,792 Min.), 2017 (8., 4:25,355) und 2018 (3., 4:23,105). In 4:16,328 Minuten stellte das Quartett mit Franziska Brauße, Lisa Brennauer, Lisa Klein sund Gudrun Stock zudem einen deutschen Rekord über die 4000 Meter auf. Als einzige Fahrerin seit 2016 immer dabei war Gudrun Stock. Thomas Juschus hat mit der 24-Jährigen gesprochen, die zudem Neunte im Omnium wurde.

Gudrun Stock, herzlichen Glückwunsch zur Silbermedaille und Zeit. Im EM-Finale haben Sie sogar Olympiasieger Großbritannien herausfordern können. Haben Sie das 2016 für möglich gehalten?
Nein. Wir waren damals fast 30 Sekunden von den Britinnen weg, jetzt waren es im Endlauf um die zwei Sekunden Rückstand. Wir haben uns als Mannschaft seit 2016 wirklich mega, mega gut entwickelt, vor allem natürlich, weil die Straßen-Profis Lisa Brennauer und Lisa Klein dazugekommen sind. Sie sind gute Konstanten im Vierer. Alle anderen sind aber die Entwicklungsschritte mitgegangen - und darum fahren wir so schnell.

Was macht die Mannschaft jetzt besser – und wie kann der Abstand weiter verringert werden?
Wir haben uns gut auf lange Führungen eingestellt, machen nicht mehr so viele Wechsel. Wir fahren auch deutlich schneller an als früher, so zwei, drei Sekunden auf dem ersten Kilometer. Das macht natürlich auch viel aus. Jetzt versuchen wir, das Grundtempo um zwei bis drei Zehntel pro Runde zu steigern. Das ist der nächste Schritt. Wenn das klappt, sollten wir vorne dabei sein.

Platz zwei und deutscher Rekord zum Auftakt der Saison mit Heim-WM in Berlin und Olympischen Spielen 2020 – geraten Sie da nicht ins Träumen?
Ja, wir träumen auf jeden Fall, gerade weil es noch sehr früh in der Saison ist. Wir haben noch etwas Zeit, um uns weiter zu entwickeln. Dann könnten wir unsere Träume verwirklichen.

Ihre Mitstreiterinnen fahren alle in professionellen Frauen-Mannschaften, haben dadurch ein ganz anderes Rennprogramm. Sie starten dagegen für den RC Schwalbe München und fahren in der Bundesliga für das Maxx-Solar-Lindig-Team von Vera Hohlfeld. Ist das nicht ein Nachteil
Für mich läuft es perfekt mit meinem Programm auf der Bahn. Im Sommer fahre ich auf der Straße die Rundfahrten mit der Nationalmannschaft, dadurch habe ich auch ein gutes Programm. Deshalb ist es für mich auch kein großen Nachteil, nicht in einem Straßen-Team zu fahren. Im Gegenteil: Ich genieße es, weil ich im Sommer gewisse Freiheiten und weniger Stress habe. Und bis Olympia will ich das nicht ändern.

Vor den Rennen gibt es immer die ,Becker-Faust’ zwischen Fahrerinnen und Trainer André Korff. Spricht das für den Zusammenhalt?
Ja, der Zusammenhalt ist sehr wichtig für uns. Es gibt keinen Neid, wenn jemand mal nicht fährt.

Und welche Rolle hat André Korff in der Erfolgsgeschichte?
,Korffi’ hält uns zusammen und motiviert uns. Es macht immer Spaß, mit ihm unterwegs zu sein. Er hat zu uns gestanden, auch als es noch nicht so lief. Und er hat immer an uns geglaubt und gesagt: ,Wir machen weiter, es wird besser.’ Und er hat Recht behalten..