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Zwei Verfolger auf dem Podium - Dritte Medaille für Friedrich

Domenic Weinstein und Felix Groß © Arne Mill/Frontalvision.de
Domenic Weinstein und Felix Groß © Arne Mill/Frontalvision.de

Apeldoorn. Zwei deutsche Verfolger gemeinsam auf dem Podium hat es lange nicht gegeben. Zuletzt glückte das bei der Weltmeisterschaft 2001 Jens Lehmann (Silber) und Stefan Steinweg (Bronze). 18 Jahre später in Apeldoorn bei der EM gelang Domenic Weinstein und Felix Groß das gleiche Kunststück. Weinstein unterlag im Finale in 4:15,918 Minuten gegen den Franzosen Corentin Ermenault (4:14,358) und wurde Zweiter, Groß sicherte sich Platz drei (4:13,240) gegen den Schweizer Stefan Bissegger (4:3,776).

Für Weinstein war es nach zweimal WM-Silber (2016, 2019) und EM-Silber 2015 schon zum vierten Mal der zweite Platz in der 4000-Meter-Einerverfolgung bei einer großen Meisterschaft. „Zweiter zu werden, ist schon ein bisschen bitter“, sagte der 25-Jährige, der gut fünf Sekunden hinter seinem deutschen Rekord blieb. Für den Sportsoldaten aber überhaupt kein Grund zur Beunruhigung: „Ich habe diesen Winter noch relativ viel Potenzial, bin erst bei 80 bis 90 Prozent meiner Leistungsfähigkeit angekommen“, sagte Weinstein. Grund: Angesichts der bevorstehenden langen Saison mit Weltcups, Heim-WM in Berlin und den Olympischen Spielen 2020 in Tokio ließ es der Schwarzwälder im Sommer ein bisschen ruhiger angehen. „Ich habe einfach versucht, ein bisschen Kraft zu sammeln, habe ein bisschen mehr Luft ran gelassen und war öfter zu Hause in Unterbaldingen, damit ich mich die nächsten Monate extrem fixieren kann. Dafür ist meine Form schon ganz gut“, sagte Weinstein mit der Silbermedaille.

Felix Groß, im Juli bereits U23-Europameister in der Einerverfolgung, bestätigte seinen Aufwärtstrend der vergangenen Monate mit seiner ersten Medaille im Elite-Bereich. „Ich bin darüber sehr happy“, so der 21-Jährige. In Apeldoorn belegte Groß in der Qualifikation zunächst den vierten Platz. Im kleinen Finale gegen den Schweizer Stefan Bissegger drehte er aber noch das Resultat: „Ich hatte ein bisschen Anfangsschwierigkeiten in der Qualifikation, die ersten 1000 Meter sind mir nicht so gelungen wie sonst. Ich bin schwierig in den Lauf hineingekommen. Dass es am Ende für das kleine Finale reichte, hat mich sehr gefreut. Ich habe mich dann intensiv warm gefahren und wusste dass ich die Zeit aus der Qualifikation (4:14,617) toppen kann. Ich bin im Lauf um Platz drei schön auf Pace gefahren – es hat alles super funktioniert.“

Ihre bereits dritte Medaille gewann nach Silber im Teamsprint und Bronze im Sprint als Zweite im Keirin Lea Sophie Friedrich aus Dassow. Die 19-Jährige sah zwei Runden lang schon wie die Siegerin aus, wurde aber auf dem Zielstrich noch von Titelverteidigerin Mathilde Gros auf Frankreich abgefangen. „Das Ergebnis ist echt ärgerlich für mich. Ich gehe auf jeden Fall mit einem tränenden Auge aus dem Finale, obwohl ich nicht mit einer Medaille gerechnet hatte. Es war so eng an der Zielgeraden", sagte Friedrich. Emma Hinze (Cottbus), Zweite im Teamsprint und Vierte im Sprint, trat erkrankt nicht mehr an.

Im Keirin der Männer wurde Maximilian Levy aus Cottbus Neunter. „Das Niveau ist brutal hoch. Ich bin noch nicht da, wo ich hin muss. Im Halbfinale hat mir Druck gefehlt. Andererseits ist Platz neun hier bisher das beste deutsche Einzelergebnis - das zeigt wo wir stehen", sagte der 32-Jährige, der nach seiner Baybpause und einem Ausflug zum Triathlon eigentlich erst beim Weltcup in Glasgow einsteigen wollte und bei der EM aufgrund der Personalmisere einspang. Den WM-Titel sicherte sich der Niederländer Harrie Lavreysen. Charlotte Becker (Berlin) und Leon Rohde (Wedel) hatten in den Punktefahren-Wettbewerben nichts mit dem Ausgang zu tun.