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Miriam Welte fährt Abschiedsrennen im Berliner Velodrom

Miriam Welte fährt ihr Abschiedsrennen in Berlin © Arne Mill / Frontalvision.de
Miriam Welte fährt ihr Abschiedsrennen in Berlin © Arne Mill / Frontalvision.de

Berlin. Vier Monate nach ihrem Rücktritt vom Leistungssport kehrt Teamsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte auf die Bahn im Velodrom zurück. Im Rahmen des 109. Berliner Sechstagerennens (23. bis 29. Januar) fährt die 33-Jährige aus Kaiserslautern ein Abschiedsrennen. „Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut. Ich sitze seit September nicht mehr auf dem Rad, es wird also ziemlich wehtun. Aber ich will natürlich gute und konzentrierte Rennen in Berlin fahren“, kündigte Welte am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Café Silberling in Berlin an.

Nach 20 Jahren Leistungssport mit Olympia-Gold im Teamsprint 2012 in London, Olympiabronze 2016 in Rio de Janeiro, sechs Weltmeister-Titeln und neun weiteren WM-Medaillen hatte Welte im September 2019 für viele überraschend ihren Abschied vom Bahnradsport erklärt – warten doch mit der Heim-Weltmeisterschaft (26. Februar bis 1. März) und den Olympischen Spielen in Tokio zwei absolute Höhepunkte. Und mit WM-Bronze in Pruskow 2019 (mit Emma Hinze) hatte Welte doch bewiesen, dass sie noch nicht zum „alten Eisen“ gehört.

„Ich spüre jeden Tag aufs Neue, es war die richtige Entscheidung für mich“, erklärte Welte vor Journalisten. Die sympathische Pfälzerin hat zurzeit sehr viele gesellschaftliche Termine, eröffnete beispielsweise im Dezember in Kaiserslauterns Partnerstadt in Japan einen Weihnachtsmarkt. „Ich hatte noch gar keine Zeit, zu Hause anzukommen“, so Welte, die bekräftigte, dass es bei einem einmaligen Auftritt bleiben wird. „Die Sixdays werden kein Comeback, sondern mein Abschiedsrennen. Ich möchte mich nochmals vor den deutschen Fans präsentieren und verabschieden“, sagte Welte und erläuterte ihre Gründe für das Karriereende. „Es war einfach so, dass ich nicht mehr die notwendige Konzentration hatte, um erfolgreich bis Olympia zu kommen. Ich habe mich kurzfristig, aber konsequent entschieden, den jungen Sportlerinnen Platz zu machen“, erklärte Welte.

Welte trifft in Berlin auf genaue diese „Jungen Wilden“ im dreitägigen Sprint-Turnier: Lea Sophie Friedrich (Dassow), Emma Hinze (Cottbus) und Pauline Grabosch (Erfurt). Das Trio, das 2019 bei WM, EM und zuletzt in den Weltcups mit Top-Ergebnissen überzeugte, nutzt den Wettkampf im Velodrom als Eingewöhnung für die Weltmeisterschaften an gleicher Stelle. „Alle werden eine sehr gute Form haben. Alle haben sich wahnsinnig gut entwickelt“, sagte Welte, die 2012 bei Olympia in London zusammen mit der Erfurterin Kristina Vogel den Teamsprint gewonnen hatte. Friedrich, Hinze und Grabosch traut Welte ein ähnlich erfolgreiche Entwicklung zu: „Sie sind auf einem sehr guten Weg. Den größten Schritt haben Lea und Emma gemacht. Aber auch Pauline kommt wieder“, sagte sie. Ihre Ambitionen für ihr Abschiedsrennen im Rahmen der Sixdays schraubte Miriam Welte deshalb auch gleich ein bisschen zurück: „Ich versuche einfach, noch einmal Spaß auf der Bahn zu haben.“