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Rückblick: Frankreich und Deutschland dominieren WM 1999 in Berlin

Jens Fiedler © Hans-Alfred Roth
Jens Fiedler © Hans-Alfred Roth

Frankreich und Deutschland haben die Bahnrad-Weltmeisterschaften 1999 im Berliner Velodrom dominiert. Während die Franzosen in sieben der zwölf Entscheidungen siegten und mit zehn Medaillen (7/1/2) an die Spitze des Medaillenspiegels standen, folgte Gastgeber Deutschland auf Platz zwei (3/4/4). Für die deutschen Titel sorgten Jens Fiedler im Keirin und Robert Bartko in der Einer- sowie in der Mannschaftsverfolgung.

Berlin. Es war der stimmungsvolle Höhepunkt der WM im voll besetzten Velodrom: Am Schlusstag der 89. Weltmeisterschaften siegte Jens Fielder im Keirin. Auf den letzten Metern des Rennens wäre der Chemnitzer fast noch vom Amerikaner Marthy Nothstein zu Fall gebracht worden, flog stattdessen noch knapp am zweitplatzierten Neusseeländer Anthony Peden – heute Trainer in China - vorbei. Danach setzte er sich auf die Piste und ließ sich von den 4000 Zuschauern feiern. „Das ist eine Wiedergutmachung für den entgangenen Sprinttitel“, sagte Fiedler, der am Tag zuvor das Finale der „Königsdisziplin“ verloren hatte. Acht Jahre nach seinem WM-Erfolg von Stuttgart scheiterte er zum dritten Mal in Folge in einem WM-Finale im Sprint an einem Franzosen, diesmal am Vorjahrsdritten Laurent Gane.

Zum Auftakt der Titelkämpfe mit Sportlerinnen und Sportler aus 33 Nationen hatten der Potsdamer Robert Bartko und der Leipziger Jens Lehmann am ersten WM-Tag Gold und Silber für Deutschland in der Einerverfolgung gewonnen. Bartko holte seinen Kontrahenten nach gut drei Kilometern ein. Bartko, damals 23, hatte bereits in der Qualifikation keine Zweifel an seinen Ambitionen aufkommen lassen und stellte in 4:18,188 Minuten einen deutschen Rekord auf, der bis zum Oktober 2015 hielt und von Domenic Weinstein verbessert wurde.

Bartko und Lehmann gehörten auch zum deutschen Vierer, der in Rekordtempo WM-Gold erkämpfte und in deutscher Rekordzeit von 4:01,144 Minuten Olympiasieger Frankreich (4:03,965) unerwartet deutlich besiegte. Im Turnierverlauf verbesserten die Deutschen drei Mal den Landesrekord. Guido Fulst (Berlin), Daniel Becke (Erfurt), Jens Lehmann (Leipzig) und Robert Bartko (Berlin) fuhren um das 250-m-Oval, als hätten sie jahrelang gemeinsam Vierer-Rennen bestritten. Dabei waren Bartko und Lehmann (für Christian Lademann und Olaf Polalck) erst ab dem Halbfinale dabei, nachdem sie jahrelang lediglich Einzelrennen bestritten hatten.

Wie Bartko holten Marion Clignet (Einerverfolgung, Punktefahren) und Felicia Ballanger (Sprint, Zeitfahren) jeweils zweimal Gold und sorgten dafür, dass alle vier Frauen-Titel nach Frankreich gingen. Auch Arnaud Tournant (1000 Meter, Teamsprint) und Laurent Gané (Sprint, Teamsprint) sicherten sich jeweils zwei WM-Titel in Berlin. Im Punktefahren der Männer siegte der Schweizer Bruno Risi, im Madison ging Gold an die Spanier Joan Llaneras/Isaac Gálvez.

Deutsche Medaillen WM 1999: GOLD: Jens Fiedler (Keirin), Robert Bartko (Einerverfolgung), Robert Bartko, Guido Fulst, Jens Lehmann, Daniel Becke, Christian Lademann, Olaf Pollack (Mannschaftsverfolgung); SILBER: Jens Fielder (Sprint), Jens Lehmann (Einerverfolgung), Judith Arndt (Punktefahren, Einerverfolgung); BRONZE: Stefan Nimke (1000 Meter); Jens Fiedler, Sören Lausberg, Stefan Nimke (Teamsprint), Andrea Kappes/Olaf Pollack (Madison); Ulrike Weichelt (Zeitfahren)