» Menü

Madison-Weltmeister Kluge/Reinhardt starten in Rotterdam ins Jahr der Heim-WM

Die Weltmeister Roger Kluge und Theo Reinhardt © Arne Mill / Frontalvision.de
Die Weltmeister Roger Kluge und Theo Reinhardt © Arne Mill / Frontalvision.de

Berlin. Auf die Titelverteidigung beim Berliner Sechstagerennen (ab 23. Januar) müssen Roger Kluge und Theo Reinhardt 2020 aufgrund unterschiedlicher Planungen verzichten. Dafür will das Berliner Erfolgsduo bei der Weltmeisterschaft an gleicher Stelle (ab 26. Februar) im Velodrom Sport-Geschichte schreiben: Nach den WM-Titeln 2018 und 2019 im Zweier-Mannschaftsfahren winkt beiden der dritte Madison-Titel in Folge – das hat noch kein Duo geschafft. „Wir wissen um unsere Chance: Wir können etwas Einmaliges schaffen“, sagte Roger Kluge.

Das Sechstagerennen in der Ahoi-Arena in Rotterdam (ab 2. Januar) ist für Kluge/Reinhardt die WM-Generalprobe. Während Reinhardt danach auch in Bremen und Berlin mit anderen Partnern seine Runden drehen wird, ist Kluge im Januar schon als Straßen-Profi gefordert. Kluge, der kürzlich seinen Vertrag beim Lotto-Soudal-Team bis Ende 2022 verlängerte, fährt für die Belgier die „Tour Down Under“ in Australien. Erst Anfang Februar ist Kluge zurück in Berlin – Rennen auf dem Oval stehen bis zur WM nicht mehr im Programm.

Immerhin kann sich Kluge 2020 gezielt und zuhause auf die WM vorbereiten. 2019 reiste er am Finaltag von der UAE-Tour aus Dubai an und kam erst gut vier Stunden vor dem Finale in Pruszkow an. „Die 15 Kilometer von Berlin-Steglitz bis ins Velodrom sind deutlich entspannter als die Anreise im Vorjahr“, blickt Kluge voraus. „Ich habe die Freigabe von meinem Team und kann die WM weitgehend zuhause besser und gezielter vorbereiten“, so der 33-Jährige, der seit 2007 zur Weltspitze auf der Bahn gehört.

Auch ohne die Kilometer durch die Wüste wird Kluge, der sich im Oktober 2019 erfolgreich einem operativen Eingriff am Herzen unterziehen musste (Offenes Foramen Ovale), in Top-Form am Start stehen. Ab 8. März steht der Einstieg in die Klassiker-Saison für ihn auf dem Programm. „Die Bahn-WM ist die Einleitung einer ersten richtig wichtigen Wettkampf-Phase für mich. Ich werde sicher ein gutes Level haben, denn wenn ich es in Berlin nicht habe, habe ich es eine Woche später bei Paris-Nizza auch nicht“, erklärt der Giro-Etappensieger von 2016.

Für Kluge und Reinhardt wird das Madison-Finale wohl der zweite Einsatz in Berlin. „Ich bin sehr, sehr heiß auf die WM“, sagt Reinhardt, der auch mit dem deutschen Vierer in der Mannschaftsverfolgung gefordert ist und den eingeleiteten Aufschwung möglichst krönen will. Kluge, WM-Zweiter 2016 im Omnium, geht im Mehrkampf an den Start. „Ich würde im Omnium gern die Qualifikation für die Olympischen Spiele absichern und im Idealfall eine Medaille machen – ich war ja schon mal dicht drin“, so Kluge, 2016 Vize-Weltmeister. Zuletzt untermauerte er seine Ambitionen mit zwei zweiten Plätzen im Weltcup in Hongkong und Brisbane.

Das Hauptaugenmerk von Kluge/Reinhardt liegt aber auf dem Madison am WM-Finaltag. Seit Einführung 1995 hat eine Kombination noch nie dreimal in Folge gewonnen. Dass beide in diesem Winter nur selten zusammen gefahren sind, sei kein Problem, glaubt Theo Reinhardt. „Roger und ich sind in den vergangenen zwei Jahren wirklich viel zusammen gefahren und haben einen großen Schritt nach vorn gemacht. Wir müssen uns vor niemand fürchten“, erklärt der 29-Jährige. Ein bisschen zusätzliche Praxis in Rotterdam kann aber auch den Doppel-Weltmeistern nicht schaden.